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Liegeräder

1. Die Anfänge des Mochet-Liegerades (1932)

Warum nicht das Prinzip des Velocar als preiswertes, besonderes Fahrrad anbieten? So ungefähr müssen sich Charles und Georges Mochet gefragt haben. Im Frühsommer/Sommer 1932 gingen Sie daran, mit einem konstruktiv ausgereiften Einspurliegerad, dem "Velo-Velocar", den Markt zu erobern, bzw. sich einen Markt zu schaffen. Interessanterweise wurden 1932 zwei Modelle aufgelegt: ein Rennmodell mit Heckverkleidung und Kreuzgelenk für die Lenkung sowie ein Tourenmodell mit Kegelrädern für die Lenkung.
Kaum etwas bietet sich mehr an, als sportliche Erfolge, um den aerodynamischen Vorteil unter Beweis zu stellen. So wurden im Jahre 1933/34 zahlreiche Bahnrekorde erobert, inklusive des symbolträchtigen Stundenweltrekordes durch Francis Faure in den Abendstunden des 7. Juli 1933 über 45,055 km. 1934 ging die kleine Firma auch daran, den Straßen-Radrennsport zu erobern. Noch bevor es zu größeren Erfolgen kommen konnte, wurde das zunächst homologierte (zugelassene) Fahrrad, 1934 von dem Fahrradweltverband UCI verboten.
Die Velo-Velocars hatten ebenfalls die von den Velocars her bekannten Zwischengetriebe. Sicherlich ein konstruktiver Vorteil für Liegeräder, dadurch werden die einzelnen Ketten nicht zu lang. Außerdem konnte so ein zusätzlicher Gangwechsel eingebaut werden. Am Zwischengetriebe gab es zwei bis vier Gänge.

Derzeit sind 36 Mochet-Liegeräder bekannt und verteilen sich wie folgt:
- 7x Velo-Velocar 1. Modell
- 12x Velo-Velocar 2. Modell
- 6x Velorizontal 1. Modell
- 7x Velorizontal 2. Model
- 2x Velorizontal neues Modell
- 2x kein Foto daher keine genaue Zuordnung möglich

Jegliche Hilfe diese Liste zu erweitern ist herzlich willkommen.
 


Juli 1932
Auf der Rennbahn von Longchamp mit einem Rennmodell und dem Tourenmodell!
Quelle:
http://www.velorizontal.com


Sommer/Herbst 1932
Erstes Tourenmodell. Tretlager noch relativ nah am Sitz. Knick im Unterrohr sehr weit hinten im Vergleich zu späteren Modellen. Kegelradgetriebe für die Lenkung.
Quelle:
http://www.velorizontal.com


Herbst 1932
Georges Mochet auf einem der frühesten Rennmodelle. Gegenüber dem ersten Bild ist die Vorderradgabel jetzt stärker gebogen und der Rahmen weist einen anderen Lenkkopfwinkel auf. VELOCAR wurde offensichtlich in Eile mit Kreide auf die Heckverkleidung geschrieben. George selber fuhr die Rennstrecke von Longchamp in 4:55 Minuten mit diesem Rad. Der offizielle Rekord auf dieser Strecke betrug auch nur 4:53. Zahlreiche Presseberichte folgten. Interessant ist, dass dieses Rennmodell ein Kreuzgelenk für die Lenkung aufweist. (Möglicherweise um einfacher mit dem Lenkkopfwinkel zu experimentieren?) Wieso Mochet Kegelräder für die ersten kommerziellen Velo-Velocars verwendete bleibt sein Geheimnis.
Quelle Abbildung: Science et Monde, 27.10.1932.

2. Velo-Velocars ab 1933

2.1. Velo-Velocar 1. Modell (Lenkung mit Zahnrädern)

Velo-Velocar
Frühjahr 1933
Velo-Velocar
Rennversion mit drei Kissen und verstellbarer Rückenlehne und verstellbarer Kopfstütze. Eines der allerersten Modelle mit der kurzen geraden Vorderradgabel. Hinterbau angeschweißt und die markante Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung. Ein minimaler Knick im Unterrohr direkt hinter der Lenkung. Am vorderen Tretlager sind zwei Kettenblätter moniert.
Besitzer: Bob Cordon Champ, Großbritannien


Frühjahr 1933
Velo-Velocar
Eines der allerersten Modelle mit der kurzen geraden Vorderradgabel. Hinterbau angeschweißt und die markante Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung. Am vorderen Tretlager sind zwei Kettenblätter moniert.
Besitzer: Ray Bennett, Großbritannien

Velo-Velocar Nimwegen
Sommer/Herbst 1933
Velo-Velocar
Noch die alte Rahmenversion, breiterer Sitz, Hinterbau jetzt angeschraubt und mit der markanten Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung. Die Gabel ist jetzt verlängert, das Unterrohr vollständige gerade, ohne Knick.
Besitzer: Museum
Velorama, Nimwegen, Niederlande

Mochet Velo-Velocar NMS
Sommer/Herbst 1933
Velo-Velocar
Frühe Ausführung mit der markanten Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung und der längeren Gabel. Ob Hinterbau und die Ausführung ohne mittleres Getriebe stimmen ist fraglich.
Foto: National Museums Scotland
Besitzer:
National Museums Scotland

mochet-velo-velocar-spezi2006
Sommer/Herbst 1933
Velo-Velocar
Frühe Ausführung mit der markanten Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung und der längeren Gabel. Besitzer kommt aus Frankreich und war zu Besuch bei der Spezi 2006 in Germersheim. Wer kennt den Besitzer?
Foto:
Velovision Magazine

Velo-Velocar Roeselare
Winter 1933/Frühjahr 1934
Velo-Velocar
Lange Gabel, angeschraubter Hinterbau. Hier ist zum ersten mal das Zwischengetriebe direkt seitlich an das Zentralrohr angeflanscht. Noch mit Hinterbau angeschraubt und die markante Aluminium-Guß-Verkleidung des Kardangelenkes der Lenkung.
Besitzer: National Cyclist Museum, Roeselare, Belgien
Foto: National Cyclist Museum, Roeselare, Belgien

2.2. Velo-Velocar 2. Modell (Lenkung mit Kreuzgelenk)

Velo-Velocar Cadouin
ab Frühjahr 1934
Velo-Velocar
Lange Gabel, Mittelgetriebe gleiche Höhe wie Rahmenrohr. Jetzt aber zum ersten mal die direkte Lenkung mittels Gelenk, aber noch der angeschraubte Hinterbau mit den Winkelprofilen.
Besitzer: unbekannt (verkauft auf Veterama 2007, vermutlich jetzt in Thailand, zuvor Musee de Velocipede, Cadouin, Frankreich)
Fotos: Steven Wood (USA)
Link:
www.jstevenwood.com/velomusee.htm

ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Renn/Sport-Modell mit drei Kissen. Schaltung und ein Kissen stark umgebaut.
Besitzer: Stigs Motorcycle and Motor Museum, Varberg, Schweden
Foto: Daniela Merela

St. Etienne
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Standard Luxe" mit vier Gängen und der Sonderausstattung Gepäckträger
Besitzer: Museé d´ Art et d´ Industrie, St. Etienne

Sascha Kaltwasser
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Standard Luxe" mit vier Gängen und der Sonderausstattung Gepäckträger, dazu vorn zwei Kettenblätter, zusätzlich mit einer selbstgebauten Angelhalterung versehen (Diese wurde mittlerweile entfernt, da die Schaltung dadurch unbrauchbar wurde).
Besitzer: Sascha Kaltwasser

Velo-Velocar eigenes
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Standard Luxe" mit vier Gängen und der Sonderausstattung Gepäckträger
falsche Schutzbleche, Reifen, Felgen und Farbe (lieferbar Original nur schwarz)
Besitzer: Michael Grützner, GB

Velo-Velocar Microcarmuseum
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Touriste Luxe" das noch teurere mit dem "Gepäckkasten", der gleichzeitig auch aerodynamische Verkleidung ist
Früherer Besitzer (Verkauft via Auktion 05/2013): The Bruce Weiner Microcar Museum Inc.
Foto: Microcarmuseum
Link:
www.microcarmuseum.com/tour/velo-velocar.html

Velo-Velocar Urs Hänggi
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
einiges umgebaut, jedoch ein Original Velo-Velocar
Besitzer: Urs Hänggi, Schweiz

Velo-Velocar Veignal
ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Modell: "Touriste Luxe" das noch teurere mit dem "Gepäckkasten", der gleichzeitig auch aerodynamische Verkleidung ist, vier Gänge.
Besitzer: Gérard Veignal, Frankreich


ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Besitzer: Bill Swallow, Kanada.


ab Frühjahr 1934 gebaut
Velo-Velocar
Im ausgezeichneten Originalzustand inklusive aller Anbauteile wie Schutzbleche, Dynamo, Bremsgriffe bis hin zu den originalen weißen Reifen. Das einzige bekannte Velo-Velocar mit Abziehbild!
Besitzer: Bob Cordon-Champ, UK.
Foto: Bob Cordon-Champ, UK.

 

3. Velorizontal

Die Enttäuschung über das Verbot des Velo-Velocar, sowie wahrscheinlich auch mangelnder kommerzieller Erfolg und der Tod von Charles Mochet (ebenfalls 1934) ließen Georges nach Wegen suchen, seine Idee des Liegerades preiswerter zu gestalten. Im Herbst 1935 wird das Velorizontal vorgestellt. Das Velorizontal wurde als "licence Velocar" vertrieben. Auch ist die Firma, die das Velorizontal herstellte, ist unter einer anderen Adresse zu erreichen, nämlich unter 66 rue Roque-de-Fillol in Puteaux (die andere Firma war in Hausnummer 68 zu finden ...) Es handelte sich um eine deutlich vereinfachte Konstruktion, bei der das Zwischengetriebe wegfiel. Außerdem wurde das Hinterrad vergrößert, auf diese Weise benötigte Mochet nicht unbedingt eine Schaltung in der Grundausstattung. Vorgestellt auf dem Salon du Cycle im Herbst 1935 wurde das Velorizontal über einige Jahre parallel zum Velo-Velocar gefertigt. Belegt sind parallel ausgesendete Kataloge bis einschließlich 1937. Es spricht nicht zu viel dagegen, das die Fertigung, wie bei Arnfried Schmitz angegeben, bis 1940 fortgeführt wurde, wahrscheinlich für beide, das Velo-Velocar und das Velorizontal. Wahrscheinlich wurde immer bei Bestelleingang ein Velo-Velocar oder ein Velorizontal angefertigt.
Das Velorizontal war um 200 France günstiger. Der Startpreis des letzten Modells betrug nunmehr nur noch 670 France statt ab 870 France für das Velo-Velocar.
 

3.1. Velorizontal 1. Modell

Deutschland
ab Herbst 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad.
Besitzer: in Deutschland

Velorizontal Amneville
ab Herbst 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad.
Besitzer: Musee de la Moto & du Velo, Amneville, Frankreich
Foto: Kaltwasser


ab Herbst 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad.
Besitzer: Conservatoire du Vélo (Frankreich)
Foto: Bob Cordon Champ

mochet-velorizontal-fr-musevelo
ab Herbst 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad.
Besitzer: Le Musée du Vélo, La Fresnaye sur Chédouet, Frankreich
Link:
http://www.museeduvelo.com/

3.2. Velorizontal 2. Modell (zusätzliche Strebe unter Sitz)

Velodroom
nach 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Museum Velodroom, Snellegem, Belgien

Schlaepfer
nach 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Armin Lindegger (Schweiz)

DFM
nach 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell. Unter Restauration!
Besitzer: Deutsches Fahrradmuseum Bad Brückenau

Brechoteau
nach 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Brechoteau (FR)


nach 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Ondra Hules (Tschechien)
Foto: Ondra Hules


nach 1935
Velorizontal
Das Hinterrad ist größer als das Vorderrad, letztes Modell.
Besitzer: Jiri Uhlir (Tschechien)
Foto: Ondra Hules (Tschechien)

4. Velorizontal neues Modell (1941)

1941 stellte Mochet ein neues Modell des Velorizontal vor. Dieses Modell vereint das Velo-Velocar mit dem früheren Velorizontal: gleichgroße Räder (vom Velo-Velocar) kombiniert mit einer durchgehenden Kette und einer überarbeiteten Sitzverstrebung (beides vom Velorizontal). Es sind keinerlei Kataloge bekannt, was für die Kriegszeit spricht.
 

Velorizontal Wagenknecht
ab 1941
Velorizontal
Besitzer: Tilman Wagenknecht, Deutschland

Velorizontal
ab 1941
Velorizontal
sehr guter Originalzustand, Schriftzug "Velorizontal",
Besitzer: Bob Cordon Champ, Großbritannien

(zuletzt geändert: 02/08/2011)

 

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